languageVon A1 auf B2 in 6 Monaten: Der exakte Woche-für-Woche-Lernplan
Woche für Woche von null auf B2 Deutsch in 26 Wochen. Konkrete Grammatikthemen, Vokabelziele und Tagesplan. 600 Stunden, keine Abkürzungen.
Du bist angekommen. Die Gastfamilie ist herzlich, die Kinder neugierig, und die Stadt ist genau so, wie du sie dir vorgestellt hast. Irgendwann zwischen dem Auspacken und der ersten vollen Betreuungswoche kommt ein Brief von der Ausländerbehörde — oder ein Gespräch mit der Agentur — das dich daran erinnert: Als Au-pair bist du verpflichtet, einen Deutschkurs zu besuchen.
Für viele Au-pairs ist das eine Überraschung. Für andere war es der Hauptgrund, sich für Deutschland zu entscheiden. So oder so: Die Regeln zu kennen — was du tun musst, was die Gastfamilie bezahlen muss und welche Kursformate zu einem Betreuungsalltag passen — ist entscheidend für ein erfolgreiches Au-pair-Jahr.
Dieser Leitfaden erklärt alles: den rechtlichen Rahmen, die Kostenverteilung, die besten Kursformate für Au-pairs und wie du eine Sprachschule findest, die deine Abende nicht vergeudet.
Das Au-pair-Programm in Deutschland ist in der Beschäftigungsverordnung (BeschV) geregelt. § 12 BeschV regelt Au-pair-Beschäftigungen und enthält einen direkten Verweis auf Sprachkurse.
Rechtlich gesehen sind Au-pairs keine Arbeitnehmer im klassischen Sinne. Sie nehmen an einem Kulturaustauschangebot teil, unterstützen Familien bei der Kinderbetreuung und erhalten dafür Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld — und Zugang zu einem Deutschkurs. Der Sprachkurs ist kein Bonus. Er ist ein zentraler Bestandteil der rechtlichen Definition des Programms.
Was das in der Praxis bedeutet:
Das ist keine bürokratische Farce. Die Sprachkurspflicht existiert, weil das Au-pair-Programm als Kulturaustausch klassifiziert ist — nicht als Arbeitsverhältnis. Ohne Sprachbildungskomponente würde die Ausländerbehörde das Programm anders einordnen.
Das ist die Frage, die am häufigsten zu Spannungen zwischen Au-pairs und Gastfamilien führt.
Gesetzliche Mindestpflicht: Die Gastfamilie beteiligt sich mit mindestens 50 Euro pro Monat an den Kursgebühren. Das ist die Untergrenze — nicht die Zielgröße.
Reale Kurskosten: Ein guter Deutschkurs in Deutschland kostet zwischen 150 und 400 Euro pro Monat, je nach:
Die Lücke: Kostet der Kurs 200 Euro im Monat und zahlt die Familie 50 Euro, trägst du die restlichen 150 Euro aus deinem Taschengeld. Beim Standard-Taschengeld für Au-pairs von 280 Euro pro Monat (Stand 2026) ist das ein erheblicher Anteil.
Wie du verhandelst: Erfahrene Au-pairs klären die Kurskosten bereits vor der Vermittlung. Wenn möglich, lass dir schriftlich im Au-pair-Vertrag bestätigen, dass die Familie die Kursgebühren über das gesetzliche Minimum hinaus übernimmt — idealerweise vollständig. Agenturen können dabei vermitteln.
Die Volkshochschule als günstige Alternative: Die VHS ist Deutschlands öffentliches Erwachsenenbildungssystem — in nahezu jeder Stadt vertreten. Deutschkurse an der VHS kosten zwischen 60 und 150 Euro pro Quartal, also deutlich weniger als private Schulen. Für Au-pairs mit knappem Budget ist die VHS die realistischste Option.
Das Gesetz schreibt keine genaue Stundenzahl vor. Aus Praxis und Agenturempfehlungen ergibt sich jedoch ein klarer Richtwert:
Empfohlener Bereich: 4–6 Unterrichtsstunden pro Woche ist der Standardrat von Agenturen und Ausländerbehörden.
Wie das aussieht: Zwei Abendeinheiten à zwei Stunden, oder zwei Morgeneinheiten (wenn die Gastfamilie die Kinderbetreuung in dieser Zeit übernimmt). Einige Au-pairs besuchen einen Samstagskurs.
Warum das für dein Visum wichtig ist: Bei Verlängerung oder Wechsel des Visums können Ausländerbehörden eine Teilnahmebestätigung der Sprachschule verlangen. Ein Attest mit regelmäßiger Anwesenheit ist dein bester Nachweis.
Realistische Intensität: Au-pairs betreuen die Kinder in der Regel 5–6 Stunden täglich plus kleinere Haushaltsaufgaben. Ein Intensivkurs (20+ Stunden/Woche) ist nicht mit dieser Tätigkeit vereinbar — außer als Blockkurs zwischen zwei Familienphasen. Die meisten Au-pairs erreichen A1 und A2 im Laufe ihres Jahres, wofür etwa 4–8 Stunden Unterricht pro Woche über 8–10 Monate nötig sind.
Das beliebteste Format. Abendkurse laufen 2–3 Abende pro Woche, typischerweise von 18:00 bis 20:00 oder 18:30 bis 21:00 Uhr. Sie sind gezielt für Berufstätige konzipiert, die tagsüber keine Zeit haben.
Vorteile: Passt natürlich in den Betreuungsalltag; oft kleinere Gruppen (8–14 Teilnehmende); Lehrerinnen und Lehrer haben Erfahrung mit Nicht-Vollzeit-Lernenden.
Nachteile: Nach einem vollen Tag mit Kindern ist die Konzentration nicht immer ideal. Abendkurse erfordern echten Willen.
Wo du sie findest: Die meisten privaten Sprachschulen und alle VHS-Standorte bieten Abend-Deutschkurse an. Suche nach „Abendkurs Deutsch als Fremdsprache” oder „DaF Abendkurs”.
Samstagsunterricht, manchmal auch sonntags. Typischerweise 4–5 Stunden pro Einheit, einmal pro Woche.
Vorteile: Wochentags-Abende bleiben frei; viele Au-pairs haben samstags frei (Standard in den meisten Au-pair-Verträgen); gut zum Festigen des Wochenstoffs.
Nachteile: Intensive Einheiten können ermüdend sein; seltener Kontakt mit der Sprache verlangsamt den Fortschritt im Vergleich zu mehreren Einheiten pro Woche.
Einige Schulen bieten gemischte Formate an: eine Präsenzeinheit pro Woche plus Online-Hausaufgaben, Sprechübungen oder aufgezeichnete Lektionen. Das eignet sich gut für Au-pairs, die im Laufe des Jahres die Stadt wechseln.
Kurze, intensive Phasen — typischerweise 2–4 Wochen, 4–6 Stunden täglich. Am nützlichsten beim Wechsel zwischen Gastfamilien oder in den Wochen vor Beginn des Au-pair-Jahres. Kein Ersatz für kontinuierliches Lernen, aber eine hervorragende Möglichkeit, schnell von A1 auf A2 zu kommen.
| Uhrzeit | Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag | Samstag | Sonntag |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Vormittag | Kinder | Kinder | Kinder | Kinder | Kinder | Frei | Frei |
| Nachmittag | Kinder | Kinder | Kinder | Kinder | Kinder | Frei | Frei |
| Abend | Deutschkurs 18:30–20:30 | — | Deutschkurs 18:30–20:30 | — | Frei | Kurs 09–13 Uhr (alt.) | — |
Zwei Abendeinheiten pro Woche = 4 Unterrichtsstunden. Mit Selbststudium (App, Vokabellernen, deutsches Fernsehen) erreichst du realistisch 6–8 effektive Lernstunden pro Woche — genug, um in etwa 5–6 Monaten eine volle CEFR-Stufe zu absolvieren.
Das Au-pair-Visum setzt keine Deutschkenntnisse voraus. Es gibt keinen A1-Nachweis als Visumsbedingung — anders als beim Ehegattennachzug. Trotzdem ist das Erreichen von A1 vor der Anreise dringend empfohlen:
Kostenlose Vorbereitung: Deutsche Welle Online-Kurs „Deutsch Warum Nicht?”, Duolingo Deutsch oder das kostenlose A1-Material des Goethe-Instituts.
Das Au-pair-Visum nach § 12 BeschV hat Regeln, die deinen Sprachkursplan direkt beeinflussen:
Hier werden die Sprachkenntnisse wirklich wichtig. Deine Möglichkeiten hängen direkt von deinem Sprachniveau ab.
Mit B2 kannst du dich direkt an einer deutschen Hochschule bewerben. Mit A2 oder B1 wäre ein Studienkolleg der nächste Schritt — eine Vorbereitungseinrichtung für den Hochschulzugang. Voraussetzung ist eine Zulassung.
Der Integrationskurs umfasst 700 Stunden: 600 Stunden Deutschunterricht (A1 bis B1) plus 100 Stunden Orientierungskurs. Au-pairs, die unter einer anderen Aufenthaltserlaubnis in Deutschland bleiben, können — und müssen manchmal — diesen Kurs besuchen.
Deutschland bietet ein 18-monatiges Aufenthaltsrecht zur Jobsuche für qualifizierte Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern. Mit B1 oder besser steigen die Chancen erheblich, einen Arbeitgeber zu finden, der eine Arbeitsgenehmigung unterstützt.
Ein zweites Au-pair-Jahr bei einer anderen Familie ist möglich — die Gesamtdauer aus außereuropäischer Sicht beträgt in der Regel maximal 24 Monate.
Nicht jede Schule ist für Au-pairs geeignet. Worauf du achten solltest:
Bietet die Schule Abendkurse ab 18:00 Uhr an? Kann man auch Mitte des Monats einsteigen? Au-pairs, die die Stadt wechseln, brauchen Schulen, die flexibel auf Unterbrechungen reagieren.
Einige Schulen in größeren Städten bieten Kurse speziell für Au-pairs und andere Kulturaustauschastudierende an. Alternativ sind gemischte Erwachsenenkurse genauso valide und haben oft eine breitere Kursauswahl.
Suche nach Schulen, die von EAQUALS akkreditiert sind oder als Prüfungszentrum der telc oder des Goethe-Instituts anerkannt sind. Diese Zertifizierungen sind kein Qualitätsgarant, aber ein sinnvolles Auswahlkriterium. Schulen, die auf offizielle Prüfungen vorbereiten, geben dir einen Nachweis für spätere Visumsprozesse.
Eine Schule, die ihre Preise nicht klar kommuniziert, optimiert nicht für dein Lernen. Preise sollten offen sichtbar sein, und die Schule sollte erklären können, was von den 50 Euro Familienbeitrag konkret abgedeckt wird.
Nutze die Schulsuche auf sprachschule.org, um akkreditierte Sprachschulen in deiner Stadt zu finden — gefiltert nach Kursformat, Zeitplan und Budget.
Die VHS verdient einen eigenen Abschnitt, weil sie von Neuankömmlingen konsequent unterschätzt wird.
Die VHS bietet:
Einschränkung: VHS-Kurse haben oft mehr Teilnehmende (15–20) und einen traditionelleren Unterrichtsstil. Wer maximale Sprechzeit und individuelle Rückmeldung braucht, ist bei einer kleineren Privatschule besser aufgehoben — zumindest zeitweise.
Die meisten Au-pair-Agenturen haben Empfehlungen für Sprachschulen in den Städten, in denen sie vermitteln. Frag deine Agentur:
Einige Agenturen integrieren Sprachkursinformationen in ihre Orientierungsunterlagen. Andere überlassen das ganz dem Au-pair und der Gastfamilie. Je früher du das weißt, desto besser kannst du planen.
Ja. Nach § 12 BeschV ist der Besuch eines Deutschkurses ein zentraler Bestandteil des Au-pair-Programms. Die Gastfamilie ist verpflichtet, die Teilnahme zu ermöglichen und finanziell zu unterstützen.
Die gesetzliche Mindestbeteiligung wird allgemein mit 50 Euro pro Monat angegeben. Viele Familien zahlen mehr. Kläre das am besten schriftlich im Au-pair-Vertrag, bevor du einreist.
Theoretisch ja, wenn die Gastfamilie in dieser Zeit die Betreuung übernimmt. In der Praxis besuchen die meisten Au-pairs Abend- oder Wochenendkurse. Einige Gastfamilien bieten explizit freie Morgende für den Kursbesuch an — das lohnt sich, beim Matching zu klären.
Es gibt keine gesetzliche Anforderung. A1 wird jedoch für den Alltag und einen reibungslosen Kurseinstieg dringend empfohlen.
Zunächst: Gespräch suchen und auf § 12 BeschV verweisen. Hilft das nicht: Agentur einschalten — das ist ein Vertragsthema. Im Extremfall kann die Ausländerbehörde informiert werden, dass die Kulturaustauschbedingungen nicht erfüllt werden.
In der Regel nicht. Online-Kurse werden von den meisten Ausländerbehörden nicht als gleichwertig angesehen. Präsenzunterricht an einer anerkannten Schule ist der sichere Weg.
Ja. Die Volkshochschule ist eine vollständig anerkannte Bildungseinrichtung. Ihre Zertifikate werden von deutschen Behörden akzeptiert.
B1 ist das realistische und empfehlenswerte Ziel. Mit 4–6 Stunden Unterricht pro Woche über 10–12 Monate — plus täglicher Immersion durch Familie und Umgebung — ist B1 erreichbar. Dieses Niveau öffnet die meisten Visumswege und steht für echte Alltagskommunikation.
Ja. Du meldest dich in der neuen Stadt an einer anderen Schule an. Mit Kursnachweis der vorherigen Schule kannst du einen Einstufungstest machen — du musst nicht bei A1 neu anfangen.
Ein Intensivkurs bringt schneller Ergebnisse, ist aber mit dem Betreuungsalltag nicht vereinbar. Nutze Intensivkurse gezielt in Übergangsphasen — zwischen zwei Familien, in Urlaubswochen oder vor dem Au-pair-Jahr. Für den laufenden Betrieb sind Abend- oder Wochenendkurse das richtige Format.
Das Au-pair-Jahr ist eine der effektivsten Sprachlernumgebungen, die es gibt: totale Immersion, finanzielle Unterstützung für den Kurs und ein echter Grund zu kommunizieren — jeden Tag. Die gesetzliche Pflicht ist auch eine Gelegenheit.
Nutze die Schulsuche auf sprachschule.org, um geprüfte Sprachschulen in deiner Stadt zu finden — nach Kursformat, Zeitplan und Budget gefiltert. Abend- und Wochenendkurse sind klar gekennzeichnet, damit du schnell das Passende findest.
Mach den Sprachkurs zum Teil deines Au-pair-Jahres, auf den du am stolzesten zurückblickst.
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