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Von A1 auf B2 in 6 Monaten: Der exakte Woche-für-Woche-Lernplan

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Sprachschule.org Redaktion
· 27. März 2026 · 18 Min. Lesezeit
Von A1 auf B2 in 6 Monaten: Der exakte Woche-für-Woche-Lernplan

Von A1 auf B2 in 6 Monaten: Der exakte Woche-für-Woche-Lernplan

600 Stunden. So schätzt das Goethe-Institut den Aufwand, um von null auf B2 zu kommen. Hier erfährst du, wie du diese Stunden auf 26 Wochen verteilst — mit konkreten Grammatikthemen, Vokabelzielen und Tagesroutinen für jede Phase.

Das hier ist kein allgemeiner Ratgeber. Es ist ein Stundenplan. Jede Woche hat einen Grammatikfokus, ein Vokabelziel und eine Methode. Wer täglich 4 Stunden lernt, kommt in 6 Monaten auf über 600 Stunden — wenn die Zeit richtig genutzt wird.


Was dieser Plan voraussetzt

Du startest bei null. Du hast täglich 4 Stunden Zeit. Du lernst 6 Tage pro Woche (ein Ruhetag). Du hast ein Grammatikbuch (z. B. Schritte international neu oder Menschen von Hueber, A1–B1), eine Vokabel-App wie Anki und idealerweise gelegentlich Zugang zu einer Lehrperson oder einem Sprachkurs für Sprachpraxis.

Wer schon A1 oder A2 hat, springt direkt zum entsprechenden Monat. Wer nur 2–3 Stunden pro Tag hat, verlängert den Plan auf 9–12 Monate — besser länger als schlechter vorbereitet.


Monat 1 (Wochen 1–4): A1 — Erste Wörter, erste Sätze

Ziel: 300–400 aktive Wörter. Präsens. Grundlegende Satzstruktur. Begrüßungen, Zahlen, Vorstellungen.

Der erste Monat legt das Fundament. Deutsch hat eine andere Wortstellung als die meisten Sprachen, drei grammatische Geschlechter und Kasusendungen, die fast jedes Wort beeinflussen. Lerne zuerst die Muster, nicht die Ausnahmen.

Woche 1 — Präsens + 50 häufigste Verben

Grammatikfokus: Regelmäßige Verbkonjugation im Präsens (sein, haben, kommen, gehen, machen, wohnen, heißen). Personalpronomen (ich, du, er/sie/es, wir, ihr, sie/Sie). Grundstruktur: Subjekt–Verb–Objekt.

Vokabelziel: 50 Wörter. Körperteile, Farben, Zahlen 1–20, Wochentage.

Tägliche Praxis:

  • 90 Min: Lehrbuch-Übungen (Konjugationsübungen)
  • 60 Min: Anki-Karteikarten (50 neue Wörter, Spaced Repetition)
  • 30 Min: Deutsch warum nicht? (Deutsche Welle, kostenlos, Anfängerniveau)
  • 60 Min: 10 einfache Sätze über dich selbst schreiben (“Ich heiße…, Ich wohne in…”)

Meilenstein: Du stellst dich 1 Minute lang auf Deutsch vor — ohne Notizen.

Woche 2 — Nominativ + Akkusativ + Vokabular: Essen und Einkaufen

Grammatikfokus: Die drei Artikel (der, die, das) und ihre Akkusativformen (den, die, das). “Ich habe einen/eine/ein…” Verneinung mit nicht und kein.

Vokabelziel: 80 Wörter. Lebensmittel, Getränke, Einkaufsartikel, Mengen.

Tägliche Praxis:

  • 90 Min: Lehrbuch (Akkusativübungen, Einkaufsdialoge)
  • 60 Min: Anki (Woche-1-Wörter wiederholen + 30 neue)
  • 30 Min: Extra Deutsch auf YouTube (Folgen 1–3)
  • 60 Min: Eine Einkaufsliste und einen kurzen Dialog im Laden schreiben

Meilenstein: Eine Bestellung aufgeben. (“Ich möchte einen Kaffee und ein Brötchen, bitte.”)

Woche 3 — Modalverben + Vokabular: Tagesablauf

Grammatikfokus: Modalverben (müssen, können, wollen, dürfen, sollen, mögen) + Infinitiv am Satzende. Zeitausdrücke (um, von…bis, morgens, abends).

Vokabelziel: 100 Wörter kumulativ. Uhrzeit, Alltagsaktivitäten, Orte in der Stadt.

Tägliche Praxis:

  • 90 Min: Lehrbuch (Modalverbübungen, Lückentexte)
  • 60 Min: Anki (Wiederholung + 20 neue Wörter)
  • 30 Min: Slow German Podcast (Folgen 1–5 — wirklich langsam gesprochen)
  • 60 Min: Den eigenen Tagesablauf beschreiben (10–15 Sätze)

Meilenstein: Den eigenen Alltag beschreiben, ohne Verben nachschlagen zu müssen.

Woche 4 — Fragen + Possessivpronomen + Zahlen bis 1.000

Grammatikfokus: W-Fragen (Wer?, Was?, Wo?, Wann?, Wie?, Warum?). Possessivpronomen im Nominativ (mein, dein, sein, ihr). Zahlen 20–1.000.

Vokabelziel: 150 Wörter kumulativ. Familie, Berufe, Wohnung und Zimmer.

Tägliche Praxis:

  • 60 Min: Lehrbuch-Wiederholung Wochen 1–3 (Konsolidierung)
  • 60 Min: Anki (kompletter Stapel-Review)
  • 60 Min: 10 Fragen schreiben und selbst beantworten
  • 60 Min: A1-Probetest (kostenlos auf der Goethe-Institut-Website)

Meilenstein: Einen Goethe-A1-Mustertest mit 80 %+ bestehen.


Monat 2 (Wochen 5–8): A1 zu A2 — Die Grammatik nimmt Form an

Ziel: 400–600 aktive Wörter. Dativ. Perfekt. Erlebnisse beschreiben.

In dieser Phase fühlt sich die Sprache weniger wie Auswendiglernen an — mehr wie ein System. Der Dativ bringt fast alle zum Stolpern. Investiere jetzt genug Zeit.

Woche 5 — Dativ + Präpositionen

Grammatikfokus: Dativformen (dem, der, dem, den). Dativpräpositionen (mit, nach, seit, von, zu, bei, aus, gegenüber). “Ich fahre mit meiner Schwester.”

Vokabelziel: 200 Wörter kumulativ. Verkehrsmittel, Wegbeschreibungen, Ortsangaben.

Tägliche Praxis:

  • 90 Min: Lehrbuch (Dativübungen — zweimal durchmachen)
  • 60 Min: Anki-Wiederholung
  • 30 Min: Nicos Weg auf YouTube (Deutsche Welle, A1–B1)
  • 60 Min: Eine Wegbeschreibung von zu Hause zu einem Ort schreiben

Hinweis: Der Dativ ist die Stelle, wo viele Lernende zu zweifeln beginnen. Das ist normal. Innerhalb von 2–3 Wochen regelmäßiger Übung wird er sich einprägen.

Woche 6 — Perfekt (Vergangenheit im Gespräch)

Grammatikfokus: haben vs. sein als Hilfsverb. Partizip II regelmäßiger Verben (gemacht, gespielt, gearbeitet) und häufiger unregelmäßiger Verben (gegangen, gewesen, gesehen, gefahren). Position des Partizip II am Satzende.

Vokabelziel: 250 Wörter kumulativ. 30 häufige unregelmäßige Verben mit Partizip II.

Tägliche Praxis:

  • 90 Min: Lehrbuch (Perfektbildung, unregelmäßige Verbliste)
  • 60 Min: Anki (Partizip-II-Formen als eigene Karten hinzufügen)
  • 30 Min: Nicos Weg (weiter ansehen)
  • 60 Min: Über gestern und das Wochenende schreiben (mindestens 15 Sätze)

Meilenstein: Die letzte Woche in 10 Sätzen beschreiben — nur mit Perfekt.

Woche 7 — Adjektivendungen + Vergleiche

Grammatikfokus: Adjektivendungen nach bestimmtem Artikel (der neue Film, die alte Frau) und unbestimmtem Artikel (ein neuer Film, eine alte Frau). Komparativ (größer, schneller) und Superlativ (am größten).

Vokabelziel: 300 Wörter kumulativ. Wetter, Jahreszeiten, Adjektive für Größe und Qualität.

Tägliche Praxis:

  • 90 Min: Lehrbuch (Adjektivendungstabellen — langsam, die sind dicht)
  • 60 Min: Anki
  • 30 Min: Einen kurzen Artikel auf taz.de oder Spiegel Online lesen — Wörterbuch frei benutzen
  • 60 Min: Drei kurze Produktbeschreibungen schreiben und zwei Dinge vergleichen

Woche 8 — Subjunktionen + A2-Abschluss

Grammatikfokus: Subordinierende Konjunktionen (weil, dass, wenn, obwohl, bevor, nachdem) und die Verbletztstellung, die sie auslösen. Koordinierende Konjunktionen (und, aber, denn, oder, sondern) ohne Wortstellungsänderung.

Vokabelziel: 350 Wörter kumulativ. Meinungen, Begründungen, Satzkonnektoren.

Tägliche Praxis:

  • 60 Min: Lehrbuch (Konjunktionsübungen)
  • 60 Min: Anki-Wiederholung (Gesamtstapel, schwierige Karten markieren)
  • 60 Min: Deutsch Perfekt Magazin lesen (Abo oder am Kiosk — A2/B1-Texte mit Vokabarglosse)
  • 60 Min: A2-Probetest (Goethe-Institut)

Meilenstein: Einen Goethe-A2-Mustertest mit 80 %+ bestehen.


Monat 3 (Wochen 9–13): A2 — Festigen und Ausbauen

Ziel: 600–900 aktive Wörter. Genitiv. Reflexive Verben. Komplexere Sätze.

Monat 3 hat fünf Wochen, weil A2 ein breites Niveau ist. Viele Lernende hetzen durch A2 und stoßen dann bei B1 gegen eine Wand. Nimm dir hier Zeit.

Woche 9 — Reflexive Verben + Akkusativ-Reflexivpronomen

Grammatikfokus: Reflexive Verben (sich waschen, sich freuen, sich erinnern). Reflexivpronomen im Akkusativ (mich, dich, sich, uns, euch, sich). Position im Satz.

Vokabelziel: 400 Wörter kumulativ. Körperpflege, Gefühle, Alltagsgewohnheiten.

Woche 10 — Genitiv + Besitz ausdrücken

Grammatikfokus: Genitivformen (des, der, des, der). Genitivpräpositionen (wegen, trotz, während, statt). Possessiv mit -s (“Annas Buch”) vs. von-Konstruktion.

Vokabelziel: 450 Wörter kumulativ. Beziehungen, Zugehörigkeit, formelle Kontexte.

Besonderer Fokus diese Woche: Mehr Zeit mit Anki — der Genitiv wird hauptsächlich durch Lesen gefestigt. Zwei kurze deutsche Texte lesen und alle Genitivkonstruktionen markieren.

Woche 11 — Passiv (Präsens) + Formeller Sprachgebrauch

Grammatikfokus: Passivbildung mit werden + Partizip II (“Das Paket wird geliefert”). Unterschied zwischen Aktiv und Passiv. Wann Deutsche formell vs. informell schreiben.

Vokabelziel: 500 Wörter kumulativ. Büro- und Behördenvokabular (Antrag, Formular, Bescheid, zuständig).

Hinweis: Diese Behördenwörter unbedingt lernen. In Deutschland begegnen sie dir ständig — bei Ämtern, Verträgen und offiziellen Schreiben.

Woche 12 — Infinitivkonstruktionen: um…zu / ohne…zu

Grammatikfokus: zu + Infinitiv. um…zu (damit, zu dem Zweck), ohne…zu (ohne dass), anstatt…zu (anstelle von). Verben, die zu verlangen, im Gegensatz zu Modalverben ohne zu.

Vokabelziel: 550 Wörter kumulativ. Ziele, Pläne, Absichten.

Woche 13 — A2-Gesamtwiederholung + Lesen üben

Grammatikfokus: Alle Kasus systematisch wiederholen (Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv). Eine einseitige Übersicht erstellen.

Tägliche Praxis:

  • 90 Min: Die ersten 20 Seiten eines einfachen deutschen Romans lesen (Tschick von Wolfgang Herrndorf ist ideal — authentisch, aber zugänglich)
  • 90 Min: Anki — Stapel auf 550 Wörter ausbauen
  • 60 Min: Einen 200-Wörter-Text über die eigene Stadt oder den eigenen Stadtteil schreiben
  • 30 Min: Nicos Weg abschließen

Meilenstein: Einen Deutsch Perfekt-Artikel (A2-Niveau) ohne Wörterbuch lesen und 80 % verstehen.


Monat 4 (Wochen 14–17): A2 zu B1 — Der schwierigste Übergang

Ziel: 900–1.200 aktive Wörter. Konjunktiv II. Relativsätze. Komplexere Texte.

Hier stagnieren die meisten. Die Fortschritte fühlen sich unsichtbar an. Die Grammatik wird abstrakter. Die Motivation sinkt. Lese den Abschnitt über das Plateau weiter unten, bevor du diesen Monat beginnst.

Woche 14 — Konjunktiv II + Wünsche und Hypothesen

Grammatikfokus: Konjunktiv-II-Formen häufiger Verben (wäre, hätte, könnte, würde + Infinitiv). Wünsche ausdrücken (“Ich hätte gerne…”), Hypothesen (“Wenn ich Zeit hätte, würde ich…”), höfliche Bitten (“Könnten Sie mir helfen?”).

Vokabelziel: 650 Wörter kumulativ. Abstrakte Begriffe, Hypothesen, höfliche Ausdrücke.

Tägliche Praxis: 30 Min pro Tag hypothetische Sätze schreiben. “Wenn ich Kanzlerin wäre, würde ich…” Das zwingt zur aktiven Verwendung der Konstruktion.

Woche 15 — Relativsätze

Grammatikfokus: Relativpronomen (der, die, das in allen vier Kasus). Relativsätze in Nominativ, Akkusativ und Dativ. Wortstellung im Relativsatz (Verb ans Ende).

Vokabelziel: 750 Wörter kumulativ. Beschreibendes Vokabular, Definitionen.

Tägliche Praxis: Aus einem Zeitungsartikel 10 Sätze mit Relativsätzen heraussuchen. Kopieren und analysieren. Dann 10 eigene Relativsätze schreiben.

Woche 16 — Indirekte Rede + Konjunktiv I

Grammatikfokus: Wiedergeben von Gesagtem mit Konjunktiv I (formelles Schriftdeutsch) und würde-Konstruktionen (gesprochenes Deutsch). “Er sagte, er habe keine Zeit.” vs. “Er sagte, er hätte keine Zeit.”

Vokabelziel: 850 Wörter kumulativ. Nachrichten- und Medienvokabular.

Tägliche Praxis: Eine Radionachricht auf Deutschlandfunk hören (5–7 Min). Eine Zusammenfassung in indirekter Rede schreiben. Das trainiert gleichzeitig Hören und Grammatik.

Woche 17 — B1-Vorbereitung: Lange Texte und Hörverstehen

Grammatikfokus: Gesamtwiederholung aller Grammatik aus Monaten 1–4. Den schwächsten Bereich identifizieren und 2 Tage intensiv daran arbeiten.

Tägliche Praxis:

  • 60 Min: Einen vollständigen Süddeutsche Zeitung-Artikel lesen (Wörterbuch erlaubt)
  • 60 Min: Anki (Richtung 1.000 Wörter)
  • 60 Min: B1-Probetest (Goethe B1, kostenlos online verfügbar)
  • 60 Min: Einen 300-Wörter-Meinungstext schreiben (“Ist soziale Medien gut oder schlecht?”)

Meilenstein: Einen Goethe-B1-Probetest mit 70 %+ bestehen.


Monat 5 (Wochen 18–22): B1 — Authentische Medien und Sprachfluss

Ziel: 1.200–1.800 aktive Wörter. Komplexe Satzstrukturen. Echte Medien ohne ständige Wörterbuchnutzung.

Auf B1 führst du einfache Gespräche, verstehst Hauptaussagen in Radionachrichten und schreibst strukturierte E-Mails. Monat 5 festigt das und bereitet den Übergang zu B2 vor — durch authentische deutsche Medien.

Woche 18 — Einstieg in authentische deutsche Medien

Ressourcenwechsel: Ab jetzt ersetzt du den Großteil der Lehrzeit durch authentische Materialien.

Tägliche Praxis:

  • 60 Min: Einen vollständigen Spiegel Online- oder Zeit Online-Artikel lesen — maximal 10 Wörter nachschlagen
  • 60 Min: Deutschlandfunk Nachrichten hören (4-Minuten-Bulletin, jederzeit online verfügbar)
  • 60 Min: Anki (Wiederholung + 20 neue Wörter aus dem Artikel)
  • 60 Min: Eine strukturierte Reaktion auf den Artikel schreiben (zustimmen oder widersprechen, 200 Wörter)

Woche 19 — Wechselpräpositionen + Verbpräfixe

Grammatikfokus: Wechselpräpositionen (an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen) mit Akkusativ (Bewegung) und Dativ (Lage). Trennbare und untrennbare Verbpräfixe und ihre Bedeutungsänderung (aufstehen, vorstellen, verstehen, erklären).

Vokabelziel: 1.400 Wörter kumulativ. Bewegung, Lage, Zustandsveränderungen.

Woche 20 — Hörverstehen ausbauen: Podcasts und Interviews

Tägliche Praxis:

  • 60 Min: Langsam gesprochene Nachrichten (Deutsche Welle) — Transkripte verfügbar
  • 60 Min: 1 Folge eines deutschen Podcasts (Methodisch inkorrekt für Wissenschaft, Fest & Flauschig für Alltagsgespräche, Lage der Nation für Politik — alle auf B2/C1-Niveau)
  • 60 Min: Anki + Vokabular aus Podcasts
  • 60 Min: Schreiben — 2 Absätze, die die Podcastfolge zusammenfassen

Woche 21 — Nominalisierungen und Komposita

Grammatikfokus: Deutsche Nominalisierungsmuster (das Lernen, die Entscheidung, der Vorschlag). Komposita und wie man sie entschlüsselt (Straßenbahnhaltestelle = Straße + Bahn + Halte + Stelle). Erweiterte Nominalgruppen im geschriebenen Deutsch.

Vokabelziel: 1.600 Wörter kumulativ. Schriftsprachliches Register, formelle Substantive.

Woche 22 — B1-Gesamtwiederholung und Sprachpraxis

Sprachfokus: Wer sich selbst vorbereitet, bucht diese Woche 1 Stunde mit einem Tutor auf iTalki oder Preply. Auf reines Deutsch bestehen und um Fehlerkorrektur bitten.

Tägliche Praxis:

  • 90 Min: Vollständige B1-Prüfungssimulation (Schreiben + Lesen + Hören)
  • 60 Min: Gesprächseinheit oder 10 Minuten zu einem Thema aufnehmen
  • 60 Min: Anki
  • 30 Min: Den eigenen Text aus Woche 8 noch einmal lesen — der Fortschritt ist offensichtlich

Meilenstein: Einen Standard-Spiegel Online-Artikel lesen und 85 %+ ohne Wörterbuch verstehen.


Monat 6 (Wochen 23–26): B1 zu B2 — Prüfungsvorbereitung

Ziel: 1.800–2.000+ aktive Wörter. Alle vier B2-Kompetenzbereiche prüfungsbereit. Goethe B2 oder telc B2 bestehen.

Der letzte Monat dreht sich weniger ums Neues Lernen und mehr ums Schärfen der Prüfungstechnik. B2 bedeutet: Abstrakte Themen diskutieren, implizite Bedeutungen verstehen und strukturierte Argumente schreiben.

Woche 23 — B2-Grammatik: Partizipialattribute

Grammatikfokus: Partizipialattribute — die deutsche Konstruktion, die im formellen Schreiben Relativsätze ersetzt (“der zu bearbeitende Antrag” = “der Antrag, der bearbeitet werden muss”). Erweiterte Adjektivgruppen. Diese Formen sind in Zeitungen und Behördentexten allgegenwärtig.

Tägliche Praxis:

  • 90 Min: Aus einem Zeitungsartikel 10 Beispiele für Partizipialattribute heraussuchen
  • 60 Min: Anki
  • 60 Min: Einen 400-Wörter-Argumentationstext schreiben (strukturiert: Einleitung, Pro, Kontra, Fazit)
  • 30 Min: Goethe-B2-Leseübungstest

Woche 24 — Prüfungsstrategie: Schreiben und Hören

Schreibfokus: Die zwei Standard-B2-Schreibaufgaben üben. Aufgabe 1: Ein Diagramm oder eine Grafik beschreiben und kommentieren. Aufgabe 2: Einen formellen Brief oder eine strukturierte Argumentation schreiben. Standardphrasen lernen: “Aus der Grafik geht hervor, dass…”, “Einerseits…, andererseits…”, “Zusammenfassend lässt sich sagen…”

Hörfokus: B2-Hörverstehen mit Goethe-Mustermaterialien üben. Wichtige Fähigkeit: die implizite Haltung der Sprecher verstehen, nicht nur die ausgedrückten Fakten.

Tägliche Praxis:

  • 60 Min: 2 B2-Schreibaufgaben (gestoppt — 45 Min, dann korrigieren)
  • 60 Min: 1 B2-Hörübungsabschnitt
  • 60 Min: Anki
  • 60 Min: Deutsch Perfekt B2-Artikel

Woche 25 — Kompletter Prüfungs-Simulationstest

Einen vollständigen Goethe-B2-Mustertest unter echten Bedingungen ablegen: Kein Pausieren beim Hören, strenge Zeitlimits für Lesen und Schreiben.

PrüfungsbereichZeitGoethe-B2-Format
Lesen65 Min5 Aufgaben, verschiedene Textsorten
Hören45 Min3 Aufgaben, einmal gehört
Schreiben80 Min2 Aufgaben (Beschreibung + Argumentation)
Sprechen15 Min3 Phasen (Präsentation, Diskussion, Verhandlung)

Nach dem Simulationstest: Den schwächsten Bereich identifizieren. Die nächsten 2 Tage intensiv nur an diesem Bereich arbeiten.

Woche 26 — Abschlusswiederholung und Prüfungstag

Tägliche Praxis:

  • 60 Min: Gezielte Wiederholung nur der Schwachstellen
  • 60 Min: 1 Zeitungsartikel + 1 Meinungsbeitrag lesen (kein Wörterbuch)
  • 60 Min: 1 Übungsaufsatz schreiben (gestoppt)
  • 60 Min: Ruhen, Vokabular wiederholen, kein neues Material einführen

Zwei Tage vor der Prüfung: Nur leichte Wiederholung. Keine neue Grammatik. Früh schlafen gehen.

Tag vor der Prüfung: Phrasenbank für das Schreiben durchlesen. Keinen Komplettest machen. Kurze Anki-Wiederholung (maximal 30 Min). Ausruhen.


Tagesplan-Vorlage

ZeitblockAktivitätDauer
VormittagNeue Grammatik (Lehrbuch/Übungen)90 Min
VormittagAnki-Vokabelwiederholung60 Min
NachmittagHören oder Lesen (ab Monat 5: authentische Medien)60 Min
NachmittagSchreibübung (Sätze, Absätze, Texte)60 Min
AbendSprechen (Tutoreinheit, Selbstaufnahme oder Shadowing)30 Min
Gesamt5 Std. 30 Min

An leichteren Tagen Sprechen weglassen und Lesen auf 30 Min kürzen (4 Stunden gesamt). Grammatik und Anki nie überspringen — das ist nicht verhandelbar.


Das Plateau-Problem

Wochen 12–16 sind der schwierigste Teil dieses Plans. Nicht weil die Grammatik am komplexesten ist — das ist sie. Sondern weil der Fortschritt sich unsichtbar anfühlt.

Folgendes passiert in dieser Phase:

  • Du weißt genug Deutsch, um zu bemerken, wie viel dir noch fehlt.
  • Du machst dieselben Fehler wie vor drei Wochen.
  • Die Lücke zwischen Verstehen und Produzieren fühlt sich riesig an.
  • Die Motivation sinkt spürbar.

Das ist normal. Es ist kein Zeichen, dass du langsam lernst. Es ist ein Zeichen, dass dein Gehirn umstrukturiert.

Bei A1 und A2 ist jedes neue Wort ein sichtbarer Erfolg. Bei B1 geht es um Flüssigkeit, Automatisierung und Verständnistiefe — nichts davon fühlt sich von innen dramatisch an. Die Frage ist nicht, ob es sich nach Fortschritt anfühlt, sondern ob du diese Woche Dinge kannst, die du letzten Monat nicht konntest.

Was während eines Plateaus hilft:

  1. Die Lernmethode nicht ändern. Kontinuität ist wichtiger als Abwechslung.
  2. Rückwärts schauen, nicht vorwärts. Etwas lesen, das man vor 4 Wochen geschrieben hat. Die Verbesserung ist offensichtlich.
  3. Mehr Input hinzufügen. Einen deutschen Film mit deutschen Untertiteln schauen. Einen einfachen Roman lesen. Passiver Wortschatz muss wachsen, bevor aktiver Wortschatz folgt.
  4. Akzeptieren, dass B1 Zeit braucht. Das Goethe-Institut schätzt 350 Stunden von A1 auf B1. Das lässt sich nicht beschleunigen.

Kostenlose vs. kostenpflichtige Ressourcen

RessourceKostenAm besten fürNiveau
Deutsche Welle Nicos Weg (Video)KostenlosStrukturierter Input mit TranskriptenA1–B1
Deutsche Welle Slow GermanKostenlosHörverstehen ohne ÜberforderungA1–A2
Langsam gesprochene NachrichtenKostenlosEchte Nachrichten in langsamem TempoA2–B1
Goethe-Institut MustertestsKostenlosPrüfungssimulation, alle NiveausA1–C2
Anki (Desktop)KostenlosSpaced-Repetition-VokabularAlle Niveaus
Deutsch Perfekt Magazinca. 6 €/AusgabeAuthentische A2–B2-Texte mit GlossarA2–B2
Hueber Schritte international neu25–30 €/NiveauStrukturierte Grammatik + ÜbungenA1–B1
iTalki-Tutoreinheit10–40 €/StundeSprachpraxis, FehlerkorrekturAlle Niveaus
Deutschlandfunk (Radio/Podcast)KostenlosAuthentisches Hören, NachrichtenregisterB1–C1
Intensivkurs an Sprachschule400–1.200 €Strukturiertes Lernen + PrüfungsvorbereitungAlle Niveaus

Wer ein kleines Budget hat: Deutsche Welle + Anki + Goethe-Mustertests reichen weit. Ab A2 Deutsch Perfekt hinzufügen. Ab B1 monatliche iTalki-Einheiten für Sprachkorrektur.

Wer in eine Sprachschule investieren kann: Monat 4 und Monat 6 profitieren am meisten — Monat 4 für Grammatikbegleitung durch das Plateau, Monat 6 für Prüfungsvorbereitung. Akkreditierte Sprachschulen in Deutschland finden.


Häufige Fragen

Ist B2 in 6 Monaten von null an realistisch?

Ja — aber es erfordert täglich 4+ Stunden, 6 Tage pro Woche, mit einem strukturierten Plan. Wer täglich 30 Minuten lernt, braucht 2–3 Jahre für B2. Die 600-Stunden-Schätzung stimmt. Entscheidend ist, wie schnell du diese Stunden ansammelst.

Was passiert, wenn ich eine Woche verpasse?

Nicht versuchen, mit doppelter Lernzeit aufzuholen. Einfach dort weitermachen, wo man aufgehört hat. Der Plan ist auf Kontinuität ausgelegt, nicht auf Perfektion. Eine verpasste Woche von 26 macht kaum einen Unterschied. Vier verpasste Wochen ohne Anpassung verschieben den Zeitplan auf 7–8 Monate.

Sollte ich Anki nutzen?

Ja, für Vokabular. Spaced Repetition ist der effizienteste Weg, deutschen Wortschatz zu memorieren. Die kostenlose Desktop-Version verwenden. Eigene Karten aus begegnenden Wörtern erstellen — selbst geschriebene Karten bleiben besser als heruntergeladene Decks. Ziel: täglich 15–25 neue Karten hinzufügen, Gesamtstapel täglich wiederholen (dauert nach dem Aufbau ca. 15–20 Min).

Ist eine Sprachschule besser als Selbststudium?

Eine Sprachschule bietet Struktur, Sprachpraxis mit Lehrkraft und Lerngruppe — alles beschleunigt den Fortschritt, besonders ab B1 und B2. Ein Intensivkurs (20 Unterrichtsstunden pro Woche) deckt ungefähr dieselben Stunden ab wie dieser Selbststudiumsplan — mit geführtem Unterricht und täglicher Korrektur. Wer in Deutschland ist, kommt mit einem Intensivkurs am zuverlässigsten ans Ziel. Intensivkurse Deutsch suchen.

Wann sollte ich die B2-Prüfung ablegen?

In Woche 26 oder 27, nach dem Simulationstest in Woche 25. Nicht vor Monat 5 anmelden — viele unterschätzen, wie viel Prüfungstechnik für B2 nötig ist. Früh buchen ist aber wichtig: Beliebte Goethe-B2-Termine sind 4–6 Wochen im Voraus ausgebucht.

Goethe B2, telc B2 oder TestDaF — welche Prüfung wählen?

Für eine allgemeine B2-Zertifizierung: Goethe B2 oder telc B2 sind am weitesten anerkannt. Für eine Zulassung an deutschen Hochschulen: TestDaF (prüft auf B2–C1) ist der Standard. Wer B2 nur für Job oder Visum braucht, ist mit Goethe B2 gut bedient.

Muss ich wirklich alle vier Kasus lernen?

Ja. Ohne sicheren Umgang mit Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv kein B2. Die gute Nachricht: Nominativ und Akkusativ sitzen in der Regel nach Woche 4, Dativ nach Woche 8, Genitiv nach Woche 10. Danach werden die Kasus durch Lesen und Hören automatisch.

Wie viele Wörter brauche ich für B2?

Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen schätzt für rezeptives B2-Vokabular (Wörter, die man versteht) ca. 4.000–5.000 Wortfamilien. Dieser Plan zielt auf 2.000 aktive Wörter — Wörter, die du produktiv verwenden kannst. Die Lücke schließt sich durch Lesen und Hören: Passiven Wortschatz nimmt man weit mehr auf, als man aktiv lernt.

Kann ich diesen Plan neben einer Teilzeitstelle umsetzen?

Plan auf 2–3 Stunden täglich reduzieren und Zeitrahmen auf 10–12 Monate verlängern. Die Wochen-für-Woche-Grammatikstruktur beibehalten — einfach jede Woche in 1,5 echten Wochen durcharbeiten. Schreib- und Hörübungen nicht streichen — diese verbessern sich am langsamsten und brauchen am meisten Zeit.

Was ist der größte Fehler beim Selbststudium?

Zu viel Grammatik, zu wenig Output. Viele Lernende lesen Grammatikregeln und füllen Lücken aus — aber schreiben und sprechen kaum. Output (schreiben, sprechen, aufnehmen) ist das, was Wissen in Können verwandelt. Mindestens 60 Minuten Output pro Tag — täglich, ohne Ausnahmen.


Den Plan herunterladen

Eine druckbare PDF-Version dieser 26-Wochen-Checkliste ist verfügbar — jede Woche als Checkliste mit Grammatikfokus, Vokabelziel und täglichem Stundenplan. Kontakt aufnehmen für Zugang.


Deine nächsten Schritte

  1. Lehrbuch besorgen. Schritte international neu A1 oder Menschen A1 (beide Hueber) für 25–30 €. In deutschen Buchhandlungen und online erhältlich.
  2. Anki einrichten. Die kostenlose Desktop-App herunterladen und die ersten 50 Karten aus Woche 1 anlegen.
  3. Prüfungstermin wählen. Goethe-B2-Prüfungstermine in der Nähe recherchieren. 26 Wochen zurückzählen. Das ist der Starttermin.
  4. Sprachschule entscheiden. Wer strukturierte Unterstützung möchte, sucht Intensivkurse Deutsch in Deutschland. Ein Intensivkurs mit 20 Unterrichtsstunden pro Woche kombiniert mit diesem Selbststudiumsplan bringt dich schneller ans Ziel als beides allein.
  5. Morgen mit Woche 1 anfangen. Das Einzige, das schlechter ist als ein schwieriger Plan, ist ein guter Plan, der nie gestartet wird.

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